Die Annäherung an Indien schreitet voran. Dies manifestiert sich nicht nur in wirtschaftlichen Beziehungen, die durch Handelsabkommen mit Europa gekennzeichnet sind, sondern auch in kulturellen, philosophischen und insbesondere religiösen Aspekten. Für den in Europa vorherrschenden christlichen Kulturkreis stellt die Beschäftigung mit den Religionen und Kulturen Indiens, Bharats und seiner Religion eine signifikante Herausforderung dar.

Einführung
Was ist der Hinduismus – eine Religion, eine Lebensweise oder ein spirituelles Weltbild? Wer sich mit dem Ursprung und der Vielschichtigkeit des Hinduismus beschäftigt, erkennt rasch, dass er sich jeder eindimensionalen Definition entzieht. Aber wie wird dieser komplexe Begriff in der modernen Wissensgesellschaft, in der heutigen Zeit beschrieben? Der Hinduismus ist in Deutschland, mit einer Schätzung von etwa 100.000 Anhängern, eine wichtige religiöse Gemeinschaft. Die meisten Hindus in Deutschland stammen aus Sri Lanka und Indien, aber es gibt auch eine wachsende Anzahl von Deutschen, die sich dem Hinduismus zuwenden.


Definition des Hinduismus

Laut der deutschsprachigen Wikipedia ist Hinduismus ein Sammelbegriff für die vorherrschenden religiösen Traditionen des indischen Subkontinents, die sich über mehrere Jahrtausende entwickelt haben. Wikipedia beschreibt ihn nicht als eine einheitliche Religion im Sinne westlicher Religionssysteme, sondern als ein Netzwerk verschiedenster Glaubensrichtungen, Philosophien, Bräuche, Mythen und spiritueller Praktiken.

Im Artikel heißt es:

„Der Hinduismus ist mit rund 1,2 Milliarden Anhängern nach dem Christentum und dem Islam die drittgrößte Religionsgemeinschaft der Welt. Er ist keine einheitliche Religion, sondern ein Überbegriff für eine Vielzahl religiöser Traditionen, die sich auf dem indischen Subkontinent entwickelt haben.“
(Quelle: Wikipedia – Hinduismus)

Wikipedia verweist auf zentrale Konzepte des Hinduismus wie Dharma (Pflicht, Ordnung), Karma (Handlungsprinzip), Samsara (Wiedergeburt), Moksha (Erlösung) und die Verehrung eines oder mehrerer Götter wie Vishnu, Shiva, Devi oder Krishna. Dabei sei der Hinduismus nicht nur eine Religion, sondern eine kulturell-philosophische Ordnung, die tief in Gesellschaft, Kunst, Philosophie und dem Alltag Südasiens verankert ist.

Der Begriff „Hinduismus“ wurde vor allem durch die Kolonialzeit geprägt. Ursprünglich war „Hindu“ ein geografischer Begriff, der sich auf die Menschen jenseits des Flusses Sindhu (heute Indus) bezog – und erst später religiös konnotiert wurde.


Zusammenfassung
Wir können heute den Hinduismus als pluralistisches, über Jahrtausende gewachsenes religiöses System mit vielfältigen Traditionen darstellen, das eher eine Weltanschauung als eine dogmatische Religion darstellt. Diese Definition lädt ein zur vertieften Auseinandersetzung: Ist der Hinduismus ein Spiegel menschlicher Spiritualität oder das Gedächtnis einer alten Weisheitskultur? Wer sich darauf einlässt, betritt nicht einfach eine Religion – sondern ein ganzes Universum.